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Die Finanzkrise hat in den letzten Wochen bereits sehr viel Schaden angerichtet und wir hatten Ihnen ja schon berichtet, dass vor allem Russland sehr schwer infolge des Einbruchs beim Ölpreises getroffen sei. Nun scheint es aber auch Personen und Kreise zu erreichen, mit denen bislang niemand gerechnet hatte:
Bayerns Manager Uli Hoeneß heizt nun das Gerücht an, die Blues wandelten am finanziellen Abgrund - und will als seinen Nachfolger keinen Klon. Uli Hoeneß prophezeit aber auch das Ende des "Größenwahns ins England". Über Gelddinge verliert Uli Hoeneß ja gern mal ein Wort, zum Beispiel erst vor wenigen Wochen, als der Bayern-Manager den ärgsten Titel-Rivalen "1899 Hoffenheim" um Klub-Mäzen Dietmar Hopp heftig angegriffen hatte. Hoeneß hatte damals auf den Tisch gebracht, dass in Hoffenheim "mehr Geld bezahlt wird, als sie überall rumerzählen. Trotz der Finanzkrise hat der Herr Hopp schon noch ein paar Euro übrig".
Nun lehnt sich der 57-Jährige mit neuen finanziellen "Enthüllungen" weit aus dem Fenster, denn Hoeneß sieht vor allem einen europäischen Topklubs massiv in der Bredouille - und will gehört haben, der FC Chelsea drohe bald für einen Symbolpreis verscherbelt zu werden. Hintergrund soll sein, weil Chelsea -Klub-Eigentümer Roman Abramowitsch - der nach übereinstimmenden Berichten im Zuge der aktuellen Finanzkrisen umgerechnet 20 Milliarden Euro verloren hat - nun offenbar die Mittel ausgehen. "Ich höre Gerüchte, sein Klub stünde zum Verkauf", sagte Hoeneß einer Zeitung. Aber damit nicht genug: "Angeblich für einen Euro. Wenn man aber 800 oder 900 Millionen Euro Schulden übernehmen muss, wird es schwierig sein, jemanden zu finden."
Weiter heisst es: "Bei den Spielern in England ist auch schon Wehklagen zu vernehmen wegen des schwachen Pfunds, das schon 30% an Wert verloren hat ( wir berichteten ). Die meisten haben jetzt ziemliche Einbußen."
Beobachter hatten deshalb schon zum Jahreswechsel vermutet, dass Chelsea womöglich den Großteil seiner Spitzenspieler zwangsverkaufen müsse. Der Manager und mit oberste Kaufmann des FC Bayern legt den Finger schonungslos in die Wunde der anderen, vor allem was den britischen Fußball angeht - und prognostiziert schwere Auswirkungen auch als Folge der aktuellen Krise in den nächsten Jahren:
"Nehmen Sie in England zum Beispiel West Ham United mit dem isländischen Investor, der sein Geld verloren hat. Da gehen die Lichter aus, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und in Liverpool wird ein Stadion nicht gebaut. Das ist doch nur der Anfang. Die Banken finanzieren diesen ganzen Wahnsinn nicht mehr."
Dass die Bayern von der Wirtschaftskrise stark getroffen werden, streitet Hoeneß ab: "Wir brauchen nicht einen Investor oder die Banken zu fragen, wenn wir uns verstärken wollen. Wir haben optimale Bedingungen und gefüllte Kassen." Der Bayern-Manager rechnet sich dadurch auch einen Vorteil beim Transfer von Spitzenspielern aus. "Es gibt Anzeichen dafür, dass sich der Größenwahn in England, Italien oder Spanien nicht mehr durchhalten lässt", sagte er dazu.
"Die anderen, die jedes Jahr hunderte von Millionen ausgegeben haben, werden ziemlich nachlassen. Die Distanz zu denen wird sich verkleinern. Hier sehe ich die große Chance für den deutschen Fußball und speziell für die Spitzenvereine."
Die Erfolgschancen für seinen Nachfolger als Bayern-Manager mag Hoeneß unterdessen weniger gern beziffern: "Wenn man gut, tüchtig und fleißig ist, kann es ein leichter Job werden. Wenn nicht, wird es schwer."
Allerdings ergänzt der 57-Jährige, der seinen Posten nach dem 31. Dezember 2009 räumt und anschließend als Vereinspräsident an die Spitze des Aufsichtsrats des deutschen Rekordmeisters rückt: "Ich will keinen Klon von Uli Hoeneß." Gerüchte wonach Jürgen Klinsmann künftig beide Positionen besetzen soll, wie es derzeit Felix Magath beim VfL Wolfsburg tue, schließt Hoeneß aus. "Einen Trainer und Manager Klinsmann wird es nicht geben."
Natürlich, versicherte Hoeneß, sei es wichtig, "für meine Nachfolge jemanden zu finden, der Klasse hat. Wenn er die nicht hat, wird er Probleme mit mir kriegen. Mittelmaß und mangelnden Ehrgeiz lehne ich ab".
Er werde dem neuen Mann "mit Rat und Tat zur Seite stehen", weiter "eng am Team sein", allerdings auch nicht "im Hintergrund darauf warten, dass alles schief geht, damit mein Stern der vergangenen 30 Jahre kräftig weiterleuchtet".
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